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Interessengruppen und Vertreter Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande einer Meinung

Einigkeit beim Wattenmeerforum

Heide (pid). „Nach drei Jahren intensiver Arbeit ist das Eis gebrochen.“ Mehr als 40 verschiedene Interessengruppen und Vertreter der Nordsee-Anlieger Dänemark, Deutschland und Niederlande haben über die Entwicklung der Wattenmeerregion kontrovers verhandelt. Gemeinsam sind sie zu einem Ergebnis gekommen, unterstreicht der stellvertretende Vorsitzender der Wattenmeerkonferenz, Landrat Dr. Jörn Klimant: „Naturschutz, Wirtschaftswachstum und vernünftig geregelte Wirtschaftsinteressen passen durchaus inder Wattenmeerregion zusammen.“

Nach Ansicht der Konferenzteilnehmer liegt die zukünftige Entwicklung dieser Region in den Händen einer regionalen Zusammenarbeit. Ihr Fazit: „Hier wird der Kurs bestimmt.“ Der Abschlussbericht des internationalen Wattenmeerforums (WSF) wird an die 10. Wattenmeerregierungskonferenz der drei Länder Dänemark, Deutschland und Niederlande weitergeleitet. Der Landrat: „Unser Papier wird am 2./3. November 2005 auf Schmierenkoog (Niederlande) ein wichtiger Diskussionspunkt sein.“

Übereinstimmung
Der Bericht kündigt Übereinstimmungen zu einer Reihe von wichtigen Themen an. Alle betroffenen Interessensgruppen waren sich bewusst und erkannten an, dass das Wattenmeer ein wertvolles und zugleich verletzliches Ökosystem ist. Der Leitgedanke in den Programmen und Aktivitäten des Wattenmeerforums war immer darauf hin gerichtet, dass sich die natürlichen Prozesses ungestört entwickeln können. Trotzdem waren sich die Teilnehmer einig, dass das Gebiet nicht als ein großes Museum betrachtet werden sollte.Die Bedeutung der Wattenmeerhäfen und der zugehörigen Industrie als Motor für die Region werden unterstrichen und das Wattenmeerforum setzt sich für einen ausreichenden Zugang zu allen Häfen ein.Ein gemeinsames Marketing der vielen natürlichen und kulturhistorischen Werte der Region soll der Erholung und dem Fremdenverkehr Auftrieb verleihen.Die Fischerei sollte auch weiterhin möglich sein, da dies ein bedeutender Gesichtspunkt der regionalen Identität sei. Der Landwirtschaft muss die Möglichkeit zu Betriebsvergrößerungen gegeben werden, selbstverständlich im Einklang mit Natur und Landschaft. Eine gesunde Landwirtschaft hält die Leute in der Region und steuert zum Natur- und Landschaftsmanagement bei.Ein Wattenmeerzertifikat ist laut Bericht eine gute Option und Lösung, die Region in einer positiven Weise darzustellen. Das Zertifikat wird dazu beitragen, Produkte und Dienstleistungen der verschiedenen Branchen zu vermarkten.Offshore Windparks außerhalb der 12 Seemeilenzone können einen bedeutenden Beitrag zur regenerativen Energieversorgung leisten und passen zudem ausgezeichnet in eine innovative Industrie- und Hafenpolitik für die Region.



Bericht Grundlage für 10. Wattenmeerregierungskonferenz im November in Schmierenkoog



Sicherheit der Schifffahrt
Das Wattenmeer-Forum schreibt Sicherheit der Schifffahrt ganz groß und fordert neue und gemeinsame Ansätze der drei Länder bei Katastrophen auf See. Zusätzliche Rettungsboote sind erforderlich. Sie müssen robust, schnell und effizient sein. Für die Schifffahrt muss ein umfangreicheres, gemeinsames Verkehrsmanagement realisiert werden, das alle Techniken berücksichtigt und das Gebiet von Rotterdam bis Nord-Blavand abdeckt. Darüber hinaus gilt es, die Prozesse in Häfen und bei Notrettungen aufeinander abzustimmen.

Bessere Regeln
Das Wattenmeerforum weisst darauf hin, dass Bestimmungen nicht in allen Ländern gleich sind und nicht überall gleich umgesetzt werden. Dies wird als Blockade, Wettbewerbsverzerrung und Verwirrung wahrgenommen. Das Forum tritt für klare Regeln in verschiedenen Bereichen ein, wie Raumplanung, Umweltschutz, Schiffsverkehr, Fischerei, Wassermanagement und Naturschutz.Der Bericht drängt die Regierungen, überflüssige Regeln und Bestimmungen zu reduzieren.
Weitere Empfehlungen
Weitere Empfehlungen des Wattenmeerforums sind:eine gemeinsame Strategie im Küstenmanagementbesserer Schieneverkehr, einschließlich grenzüberschreitende VerbindungenAusbau des Pipeline-Netzwerkes zwischen Norddeutschland und Groningennachhaltige Unterstützung für ein gutes Natur- und Landschaftsmanagementeine Plattform für die Fischerei auf 3-Länderebenesowohl langfristige als auch Mischlizenzen für die FischerVorteile und Nutzen für Fischer, die freiwillig ihre Fangmengen begrenzenEnergieeinsparung von mehr als 20 Prozent innerhalb von 20 JahrenMöglichkeiten für eine HafenentwicklungStandortbündelung von Industrie und Dienstleistern in HafengebietenEntwicklung eines Kooperationskonzeptes für die Wattenmeerhäfen
Die Zukunft des Wattenmeerforums
Das Wattenmeerforum sieht eine nachhaltige Beteiligung von Bürgern und Interessensgruppen als sehr wichtig an und befürwortet eine Weiterführung der Forumszielsetzung. Ein neues Wattenmeerforum sollte den Schwerpunkt auf die Umsetzung der eigenen Empfehlungen und vorgeschlagenen Projekte legen.
Aufgaben des Wattenmeerforums
In den vergangenen drei Jahren haben 40 verschiedene Interessensgruppen und Vertreter der drei Länder bedeutende Themen für die Entwicklung der Wattenmeerregion aufgegriffen und abgehandelt. Die Themen umfassten Infrastruktur, Küstenschutz, Naturschutz, Industrie, Schiffsverkehr, Landwirtschaft, Fischerei, Energie, Tourismus, innovative Entwicklungen, Bevölkerungsstruktur, Arbeitsmarkt und Bildung. In einigen Fällen gab es durchaus kontroverse Meinungen in den Diskussionen zwischen den Teilnehmergruppen, so zum Beispiel zwischen Naturschutzverbänden und Wirtschaftsvertretern. Doch das Ziel der Nachhaltigkeit bewirkte gemeinsame Beschlüsse.Der Bericht beinhaltet neben konkreten Empfehlungen für zukünftiges Handeln und Erstellung von Studien auch Erfahrungen, wie gegensätzliche Ansichten überwunden werden können. Dies macht schon der Titel des Abschlussberichtes „das Eis brechen” deutlich.