Als 1902 der alte Schleusenwärter verstarb, beschloss die Bongsieler Wasserlösungs-Commüne
den Neubau einer
Gastwirtschaft, berichtet Holander einleitend. Lauritz Thamsen, der neue Schleusenwärter,
bezog 1903 das Haus. Er hatte eine
Vorliebe für die Malerei, schuf selbst einige beachtliche Ölbilder,
kümmerte sich aber besonders um die vielen Künstler, die in
sein Haus kamen. Nicht wenige ließen ihre Bilder auf Bongsiel, darunter
die bekannten Maler Alex Eckener, Andreas Dirks,
Hans Peter Feddersen d. J., Emil Nolde und Ingwer Paulsen. Zusammen mit Thamsen
schuf Eckener das Buch „Dat swarte
Peerd, en Lögengeschicht ...“, das seit fast einem Jahrhundert in
immer neuen Auflagen reproduziert wird.

Wer die „Gaststätte Bongsiel – Dat swarte Peerd“ betritt,
dem öffnet sich ein wahres Schatzkästlein, bemerkt Holander, der
diesjährige Träger des Hans-Momsen-Preises. Für die Leser wurde
die Sammlung Thamsen durch Hans-Jürgen Krähe und
H.-Peter Widderich erschlossen. Ihr Katalog umfasst 123, zum Teil farbige Bilder.
Jedem Werk ist eine eigene Seite gewidmet.
Kurze Lebensläufe der Künstler sowie eine Liste der im Bongsieler
Gästebuch aufgeführten Maler, Bildhauer und Zeichenlehrer
runden das Buch ab. Es umfasst 184 Seiten, kostet 15,80 Euro und ist im Buchhandel
oder beim Nordfriisk Instituut erhältlich
(ISBN 3-88007-327-9).
Text: Harry Kunz