Schulkinder erforschen nordfriesische Berühmtheiten
Berühmte Menschen gibt es auch in Nordfriesland und nicht nur im Fernsehen. Diese Entdeckung machen derzeit Mädchen und Jungen aus der sechsten Klasse der Bredstedter dänischen Schule. Die Klasse führt im Fach Geschichte ein mehrwöchiges Projekt zum Thema „Berühmtheiten“ durch.
Unter Anleitung ihrer Lehrerin Christel Petersen, die einmal abseits des globalen Glamours
herausragende Personen aus der eigenen Region unter die Lupe nehmen wollte, besuchte die zwanzigköpfige Gruppe das Nordfriisk Instituut, eine von vielen, die im Laufe jeden Jahres die Hilfe der Bredstedter Einrichtung in Anspruch nehmen. Das Institut, dem die Verankerung der regionalen Themenpalette im Unterricht ein stetes Anliegen ist, wendet sich 2005, im 40. Jahr seines Bestehens, mit einem gezielten Angebot an die Schulen der Region, dies Angebot zu nutzen.
Mit kurzen Angaben zu zehn Persönlichkeiten gab Institutsmitarbeiter Fiete Pingel der interessierten Schar eine erste Einführung. Herzogin Marie Elisabeth lebte im 17. Jahrhundert im Husumer Schloss, Martje Floris brachte als Kind mit dem Trinkspruch „Et gah uns wohl op unse olen Dage“ eine lärmende Soldatenrunde zum Nachdenken. Pastor Christian Feddersen setzte sich in den 1840er Jahren als einer der ersten
für die Belange der friesischen Kultur ein, der bürgerliche Revolutionär Harro Harring war der berühmteste Nordfriese im 19. Jahrhundert.
Der weltweit bekannte Maler Emil Nolde hieß eigentlich Emil Hansen, die Husumer Landratstochter Franziska zu Reventlow machte als Dichterin von sich reden. Der Sylter Friese Jens Mungard bezahlte seinen Widerstand gegen die Nationalsozialisten mit dem Leben, die
Friedrichstädter Rabbinerstochter Miriam Cohen wurde ebenfalls in einem KZ ermordet. Die Lehrerin Marie Tångeberg leistete Pionierarbeit für den Friesischunterricht, der Amrumer Naturschützer, Fotograf und Publizist Georg Quedens erhielt 2004 den Momsenpreis des Kreises Nordfriesland.
Nun forschen die Kinder in kleinen Gruppen jeweils zu einzelnen Personen selbständig weiter, und zwar vor allem auch in der Bibliothek des Nordfriisk Instituut. Immer wieder nutzen Schülerinnen und Schüler die fast 20 000 Bände sowie eine umfangreiche Dokumentation
umfassende Spezialsammlung zur Region Nordfriesland. Große geschichtliche, politische und gesellschaftliche Zusammenhänge können an
den Beispielen aus dem Kleinen, Regionalen nachvollziehbar gemacht werden, darauf wies Institutsdirektor Prof. Dr. Thomas Steensen hin.